Das Geheimnis des Sonnenwinds: Kannst du heute Polarlichter sehen?

Hast du dich schon mal gefragt, wie schnell der Wind auf der Sonne weht? Oder ob heute Nacht plötzlich magische, bunte Polarlichter an unserem Himmel auftauchen? Manchmal spielt das Wetter im Weltall verrückt, und das können wir sogar auf der Erde spüren!

Für Funker (Menschen, die mit riesigen Funkgeräten Nachrichten um die Welt schicken) sind diese Infos lebenswichtig. Aber auch für dich ist es super spannend. Man nennt diese Werte Funkwetter. Die Daten werden von Experten rund um die Uhr gemessen und mehrmals am Tag aktualisiert.

Wer diese Geheimsprache der Sonne versteht, weiß sofort, ob wir bald Polarlichter sehen können oder ob das Handynetz und das Radio gestört werden. Schauen wir uns den ersten wichtigen Code an!

SFI – Der kosmische Energie-Messer (Solarer Flux Index)

Stell dir vor, die Sonne ist ein riesiges Kraftwerk, das ständig unsichtbare Energie-Wellen ins All schleudert. Der SFI-Wert ist wie ein eingebautes Thermometer für diese Energie. Er zeigt uns, wie aktiv und „zappelig“ die Sonne gerade ist.

Die Skala funktioniert ganz einfach:

  • Der SFI-Wert liegt immer zwischen 62 und 300.

  • Schläft die Sonne? Dann ist der Wert niedrig (um die 70). Es gibt kaum Sonnenflecken und die Energie ist schwach.

  • Feuert die Sonne aus allen Rohren? Dann klettert der Wert über 200! Das passiert, wenn auf der Sonne riesige, dunkle Flecken entstehen, die wie Startrampen für Sonnenstürme wirken.

Warum ist das wichtig? Zusammen mit einem anderen Wert (dem K-Index, den wir uns später anschauen) verrät uns der SFI, ob Radiowellen super weit um die Erde reisen können – oder ob im Weltall gerade ein Sturm tobt!

DasBeste daran: Dieser Wert wird dreimal täglich frisch aktualisiert. Es bleibt also immer spannend!

Was sind Sonnenflecken und warum machen sie das All wild?

Hast du schon mal gehört, dass unsere Sonne Flecken bekommen kann? Nein, sie hat sich nicht mit Ketchup bekleckert! Sonnenflecken sind riesige, dunkle Bereiche auf der Sonne, die ein bisschen kühler sind als der Rest. Aber lass dich nicht austricksen: Diese Flecken sind gigantische Magnet-Monster, auf denen es richtig rundgeht!

Um zu messen, wie viele Flecken gerade auf der Sonne los sind, nutzen Forscher die sogenannte Sonnenflecken-Relativzahl (abgekürzt SN für Sunspot Number, oder in Deutschland einfach R).

Schon im Jahr 1848 – also vor fast 200 Jahren! – hat ein schlauer Forscher namens Rudolph Wolf eine geheime Mathematiker-Formel erfunden. Mit dieser Formel zählt man nicht nur die einzelnen Flecken, sondern auch die Gruppen, in denen sie meistens auftauchen.

Heute nutzen Wissenschaftler zwar lieber den SFI-Wert (den wir schon kennengelernt haben), aber die Sonnenflecken-Zahl verrät uns immer noch eine super wichtige Faustregel: Je mehr Flecken die Sonne hat, desto mehr Action gibt es im Weltall! Und genau diese Action sorgt dafür, dass Funksignale wie durch Zauberei um die ganze Erde fliegen können.

Die Sonnen-Phasen: Wie aktiv ist unser Stern heute?

Genau wie beim Wetter auf der Erde gibt es auch bei den Sonnenflecken verschiedene Stufen. Einmal am Tag wird die Zahl frisch berechnet. Hier ist die offizielle Flecken-Skala:

Phase Anzahl der Sonnenflecken Was bedeutet das?
Niedrig 0 bis 30 Flecken Die Sonne schläft fast. Langweilig im Weltall!
Moderat 30 bis 60 Flecken Die Sonne wacht langsam auf.
Hoch 60 bis 90 Flecken Jetzt wird es spannend, die Energie steigt!
Sehr hoch 90 bis 120 Flecken Auf der Sonne ist richtig viel los.
Intensiv Über 120 Flecken Achtung, Sonnen-Party! Jetzt kann es heftige Sonnenstürme geben!

Wenn der Wert bei Null steht, ist die Sonne blitzblank geputzt – kein einziger Fleck ist zu sehen. Aber wenn die Phase auf „Intensiv“ springt, solltest du nachts definitiv mal in den Himmel schauen!

Der A-Index: Wenn das Magnetfeld der Erde Achterbahn fährt

Stell dir vor, unsere Erde hat ein unsichtbares Schutzschild: das Erdmagnetfeld. Es beschützt uns wie ein riesiger Superhelden-Schild vor den wilden Stürmen aus dem Weltall. Aber manchmal schlägt der Sonnenwind so fest gegen diesen Schild, dass er anfängt zu wackeln und zu zittern!

Genau dieses Zittern messen Forscher mit dem sogenannten A-Index.

Der A-Index ist wie ein Fieberthermometer für das Erdmagnetfeld. Er zeigt an, wie viel Unruhe und Action es über den ganzen Tag verteilt auf der Erde gab.

Die Skala ist nach oben offen und funktioniert meistens so:

  • Werte von 0 bis 20: Alles ist friedlich. Der Superhelden-Schild steht felsenfest.

  • Werte über 40 bis 400: Alarm im All! Das Magnetfeld der Erde wackelt heftig. Wir haben einen geomagnetischen Sturm!

Was passiert, wenn der A-Index in die Höhe schießt?

Wenn der A-Index klettert, wird es für uns auf der Erde richtig aufregend. Dann passieren nämlich zwei Dinge:

  1. Magische Polarlichter (Aurora): Der Sonnenwind schüttelt unser Magnetfeld so kräftig durch, dass wunderschöne, bunte Lichter am Nachthimmel tanzen. Je höher der A-Index, desto größer ist die Chance, dass du sie sogar bei uns in Deutschland sehen kannst!

  2. Geheimnisvolle Funk-Wunder: Für Funker öffnet sich plötzlich ein unsichtbares Tor. Radiowellen können auf Geheimbändern (wie dem 1,8 MHz-Band) plötzlich riesige Strecken zurücklegen, die sonst niemals möglich wären.

Wissenschaftler berechnen diesen Wert, indem sie den Tag in acht Teile aufteilen, überall genau nachmessen und am Ende alles zusammenrechnen. Ist der A-Index hoch, heißt es: Kamera schnappen, warm anziehen und den Nachthimmel beobachten!

Der K-Index: Das Blitz-Barometer für Magnetstürme

Erinnerst du dich noch an das Schutzschild der Erde, das Erdmagnetfeld, von dem wir beim A-Index gesprochen haben? Während der A-Index die Unruhe für den ganzen Tag zusammenfasst, ist der K-Index wie ein Live-Ticker. Er verrät uns blitzschnell: Wie wild wackelt das Magnetfeld genau in diesem Moment?

Der K-Index misst, wie stark das Magnetfeld von links nach rechts und von vorne nach hinten gerüttelt wird.

Dafür nutzen Forscher eine ganz einfache Skala von 0 bis 9:

  • K-Index 0: Totale Stille. Das Erdmagnetfeld schläft tief und fest.

  • K-Index 1 bis 4: Ein bisschen Bewegung, aber alles im grünen Bereich.

  • K-Index 5 oder höher: Achtung, Weltraum-Alarm! Das ist ein echter Magnetsturm. Das Magnetfeld spielt völlig verrückt!

X-Ray und 304A: Die unsichtbaren Strahlen-Spione der Sonne

Wusstest du, dass die Sonne uns nicht nur helles Licht schickt, sondern auch unsichtbare Super-Strahlen? Zwei dieser Strahlen-Arten sind für Forscher und Funker besonders wichtig. Sie heißen X-Ray und 304A. Was sich wie Geheimcodes anhört, verrät uns, ob im Weltall gerade alles friedlich ist oder ob ein riesiges Chaos droht!

X-Ray – Das Röntgen-Fieberthermometer der Sonne

Vielleicht hast du beim Arzt schon mal ein Röntgenbild gesehen, auf dem man deine Knochen erkennen kann. Die Sonne schickt genau diese Röntgenstrahlung (auf Englisch: X-Ray) auch ins Weltall!

Um zu messen, wie stark diese Strahlung gerade ist, nutzen Forscher eine Geheimsprache aus Buchstaben und Zahlen. Die Buchstaben zeigen die Stufe an:

  • A und B: Alles super! Die Strahlung ist ganz schwach. Das ist perfekt für Funker, denn die Radiowellen können ungestört um die Erde reisen.

  • C: Ein bisschen mehr Action, aber noch harmlos.

  • M: Achtung! Jetzt wird es heftig. Bei M-Strahlen kann es auf der Erde schon zu ersten Funkausfällen kommen.

  • X: Mega-Alarm! Das ist die allerstärkste Stufe. Wenn die Sonne ein X-Signal schickt, brechen die Funkverbindungen auf der Erde oft komplett zusammen.

Hinter jedem Buchstaben steht noch eine Zahl von 0 bis 9,9, die es ganz genau macht (zum Beispiel M5,3). Genau wie der K-Index wird dieser Wert achtmal am Tag aktualisiert.

304A – Der unkaputtbare Satellit und das Sonnen-Helium

Hinter dem Code 304A versteckt sich eine Wellenlänge. Das Wort „Angström“ (dafür steht das große A) ist eine Maßeinheit für winzig kleine Dinge – ein Angström ist ein Zehnmilliardstel von einem Meter! Gemessen wird damit das Licht von geladenem Helium, das die Sonne ins All pustet.

Das Verrückte daran ist, wie wir diesen Wert überhaupt herausfinden: Er wird von einem echten Weltraum-Detektiv gemessen! Der Satellit heißt SOHO und wurde von der europäischen Weltraumorganisation ESA gebaut.

  • Ein echtes Wunder: SOHO wurde schon 1995 ins All geschossen und sollte eigentlich nur zwei Jahre lang arbeiten. Aber er hält einfach durch und schickt uns auch heute noch jeden Tag fleißig Daten zur Erde!

Warum ist der 304A-Wert so wichtig? Er arbeitet Hand in Hand mit dem SFI-Wert, den wir schon kennen. Dieses Helium-Licht ist nämlich fast im Alleingang dafür verantwortlich, dass die Luftschicht hoch über unseren Köpfen (die Ionosphäre) elektrisch aufgeladen wird. Und genau diese Schicht sorgt dafür, dass Radiowellen wie an einer Wand abprallen und um die halbe Erde springen können!

Protonen, Elektronen und der Polarlicht-Code: Die Sonne schießt mit Teilchen!

Die Sonne schickt uns nicht nur Licht und Wärme, sondern schießt auch mit winzig kleinen, unsichtbaren Teilchen auf die Erde. Das ist der sogenannte Sonnenwind. Wenn dieser Teilchen-Sturm bei uns ankommt, passiert auf der Erde und im Himmel Spannendes. Schauen wir uns die wichtigsten Werte an, die Forscher stündlich messen!

Ptn Flx – Der Protonen-Fluss (Proton Flux)

Stell dir vor, die Sonne wirft mit winzigen, elektrisch geladenen Mini-Bällen – den Protonen. Der Ptn Flx-Wert zählt, wie viele dieser Protonen gerade auf uns zufliegen.

  • Normalzustand: Der Wert liegt meistens unter 10. Alles ist entspannt.

  • Super-Sturm: Bei riesigen Explosionen auf der Sonne kann der Wert auf über 100.000 steigen!

Wenn die Erde so extrem mit Protonen „bombardiert“ wird, krachen sie in eine bestimmte Luftschicht hoch über uns (die E-Schicht). Das kann zu einem echten HF-Blackout führen – das bedeutet, dass Funkgeräte plötzlich komplett stumm bleiben, weil kein einziges Signal mehr durchkommt. Weil sich das im All schnell ändern kann, wird dieser Wert jede Stunde aktualisiert.

Elc Flx – Der Elektronen-Fluss (Electron Flux)

Neben den Protonen schickt die Sonne auch noch andere Winzlinge los: die Elektronen. Auch sie werden stündlich gezählt.

  • Die magische Grenze liegt hier bei 1.000.

  • Sobald der Wert über 1.000 klettert, stören die vielen Elektronen die Funkwellen am Himmel. Für Funker wird es dann viel schwerer, ihre Nachrichten in die Welt zu schicken.

Aurora – Das Polarlicht-Barometer (Alle 15 Minuten neu!)

Dieser Wert ist für alle Polarlicht-Jäger der absolute Liebling! Früher gab es hier eine einfache Skala von 1 bis 10. Heute rechnen Super-Computer im Hintergrund mit einer riesigen Strom-Zahl (Gigawatt), um uns diesen Wert anzuzeigen.

  • Je höher die Zahl steigt, desto besser!

  • Eine hohe Zahl bedeutet, dass das bunte Leuchten (die Aurora) nicht nur am kalten Nordpol bleibt, sondern immer weiter nach Süden wandert – also auch zu uns nach Deutschland!

Funker-Geheimnis: Wenn die Aurora aktiv ist, mögen Kurzwelle-Funder das gar nicht, weil es die Signale stört. Aber UKW-Funker freuen sich riesig, weil ihre Wellen an den Polarlichtern abprallen und plötzlich super weit fliegen können!

💡 Hinweis für Code-Entdecker: Manchmal siehst du auf den Anzeigen noch den Wert /n=1,99. Das ist nur ein alter Rechen-Code, den die Computer bald nicht mehr anzeigen. Du musst ihn nicht beachten!

Bz – Das interplanetare Magnetfeld (Das kosmische Tor)

Die Sonne hat ihr eigenes Magnetfeld, das vom Sonnenwind durch das Weltall getragen wird. Der Bz-Wert zeigt uns, ob dieses Magnetfeld wie ein Schlüssel in das Schloss der Erde passt. Die Werte liegen zwischen -50 und +50.

Hier entscheidet das Plus oder Minus:

  • Plus-Werte (+): Das Magnetfeld der Sonne zeigt in dieselbe Richtung wie das der Erde. Die Schilde stehen stabil, alles bleibt friedlich.

  • Minus-Werte (-): Das Tor öffnet sich! Das Magnetfeld der Sonne zeigt in die entgegengesetzte Richtung. Es schwächt das Schutzschild der Erde. Jetzt können die Protonen und Elektronen der Sonne viel leichter eindringen und für gewaltige Magnetstürme und wunderschöne Polarlichter sorgen!

Hier ist der nächste Teil für deinen Blog! Hier korrigieren wir ganz elegant einen kleinen Fehler aus dem Original (Kilometer pro Stunde vs. Sekunden) und machen die komplizierten Funk-Begriffe für Kids super verständlich und spannend.

Sonnenwind-Tacho und der Polarlicht-Kompass: Wie schnell fliegt das Weltall-Wetter?

Jetzt schnallen wir uns an, denn wir schauen uns an, wie schnell der Sonnenwind an der Erde vorbeirauscht und wo genau auf unserem Planeten das Polarlicht-Spektakel stattfindet!

SW – Der Sonnenwind-Tacho (Solar Wind)

Der Sonnenwind ist ein gigantischer Strom aus Teilchen, den die Sonne ins All pustet. Und dieser Wind ist ein echter Raser! Gemessen wird seine Geschwindigkeit in Kilometern pro Sekunde (km/s).

  • Normales Tempo: Meistens tuckert der Sonnenwind mit gemütlichen 375 km/s durchs All. Das ist aber immer noch mehr als eine Million Kilometer pro Stunde!

  • Der Turbo-Gang: Der Tacho kann auf bis zu 1.000 km/s hochjagen!

Sobald der Sonnenwind schneller als 500 Kilometer pro Sekunde wird, drückt er mit riesiger Kraft gegen das Schutzschild der Erde. Dadurch wird die Luftschicht am Himmel (die Ionosphäre) ordentlich durchgeschüttelt. Für Funker bedeutet das: Die unsichtbare Funk-Wand am Himmel löst sich ein bisschen auf und die Verbindung wird schlecht. Forscher checken diesen Wert jede Stunde.

HF- und VHF-Bedingungen: Der Funk-Wetterbericht

Auf den Info-Seiten im Internet gibt es für Funker zwei große Bereiche, die wie ein Ampelsystem anzeigen, auf welchen Wellenlängen (Bändern) man gerade gut funken kann: die HF-Bedingungen (für Kurzwelle) und die VHF-Bedingungen (für UKW).

Der Polarlicht-Kompass: Wer darf heute gucken?

Bei den VHF-Bedingungen gibt es ein paar geheime Codes, die dir genau verraten, wo die bunten Lichter gerade tanzen:

  • Aur Lat (Aurora Latitude): Dieser Wert schätzt für dich, wie weit südlich die Polarlichter wandern. Er wird alle 15 Minuten aktualisiert.

  • Band closed: Schade! Im Moment schläft die Aurora. Es gibt keine Polarlichter zu sehen.

  • HIGH LAT AUR: Polarlichter gibt es jetzt nur ganz hoch im Norden (zum Beispiel am Nordpol oder in Island).

  • MID LAT AUR: Jetzt wird es spannend! Das bedeutet, dass die Polarlichter weiter nach Süden wandern. Sie sind jetzt in Regionen zu sehen, zu denen auch Deutschland gehört! Schnapp dir deine Kamera! (Update: Alle 30 Minuten).

 

Sporadisches E und der Mond-Spiegel (EME)

In den Tabellen stehen oft noch zwei andere Abkürzungen, die für Funk-Profis wie ein Hauptgewinn im Lotto sind:

  • 6m / 4m / 2m EsEU (oder EsNA): Das „Es“ steht für Sporadische E-Schicht. Das ist wie eine plötzliche Spiegel-Wand, die im Sommer am Himmel auftaucht. Funkwellen in Europa (EU) oder Nordamerika (NA) prallen daran ab und fliegen plötzlich tausende Kilometer weit, obwohl das sonst auf diesen Wellen gar nicht geht!

  • EME Deg (Erde-Mond-Erde): Wusstest du, dass manche Funker den echten Mond als Spiegel benutzen? Sie funken den Mond an, und das Signal springt zurück zur Erde. Weil der Weg aber super weit ist, wird das Signal schwächer. Der Wert verrät, wie gut der „Mond-Spiegel“ gerade funktioniert: von Excellent (Perfekt, weniger als 1dB Verlust) bis Very Poor (Sehr schlecht, über 5,5dB Verlust).

Sonnen-Explosionen und die Sternschnuppen-Autobahn: Die Farb-Codes im All

Auf den Info-Seiten zum Weltraumwetter gibt es ein paar Anzeigen, die aussehen wie bunte Ampeln. Wenn du weißt, was die Farben bedeuten, kannst du vorhersagen, ob es auf der Sonne knallt oder ob wir gleich ganz besonderen Besuch aus dem Weltall bekommen!

Solar Flare Prb – Die Wahrscheinlichkeit für Sonnen-Explosionen

Ein „Solar Flare“ ist eine gewaltige Explosion auf der Sonne. Dabei wird auf einen Schlag unvorstellbar viel Energie ins All geschleudert. Der Wert Solar Flare Prb verrät uns wie ein Wetterbericht: Wie hoch ist die Chance, dass es in den nächsten 24 Stunden so einen Mega-Knall gibt?

Diese Prozent-Vorhersage wird von einer echten Universität in England (der University of Bradford) berechnet und jede Stunde frisch aktualisiert. Steht dort zum Beispiel 80 %, wissen Profis sofort: Auf der Sonne brodelt es gewaltig – schnallt euch besser an!

Die MUF-Leiste – Das bunte Ampelsystem am Himmel

Erinnerst du dich noch an das „Sporadische E“? Das waren diese plötzlichen, unsichtbaren Spiegel-Wände am Sommerhimmel, an denen Funkwellen super abprallen können. Die MUF-Leiste (das steht für Maximal nutzbare Frequenz) zeigt dir alle 30 Minuten mit coolen Farben an, wie gut dieser Himmels-Spiegel gerade funktioniert:

  • Grau: Der Spiegel ist weg. Keine Aktivität am Himmel.

  • 🔵 Blau: Der Spiegel funktioniert auf dem 6-Meter-Band. Erste Funksignale fliegen weiter als sonst!

  • 🟢 Grün: Jetzt klappt es auch auf dem 4-Meter-Band. Die Bedingungen werden besser.

  • 🟡 Gelb: Achtung, das 2-Meter-Band macht sich bereit! Die unsichtbare Wand wird immer stärker.

  • 🔴 Rot: Mega-Spiegel-Alarm! Auf dem 2-Meter-Band geht es jetzt richtig ab. Funker können jetzt hunderte Kilometer weit quer durch Europa quatschen!

MS – Die Meteoritenstreuung-Aktivitätsleiste (Das Sternschnuppen-Radio)

Wusstest du, dass man mit Sternschnuppen funken kann? Wenn kleine Weltraum-Steinchen (Meteoriten) in unserer Atmosphäre verglühen, leuchten sie nicht nur wunderschön, sondern hinterlassen für ein paar Sekunden eine heiße Spur aus geladenen Teilchen am Himmel.

Funker nutzen diese kurzen Spuren wie eine Mini-Schanze, um ihre Signale darüber springen zu lassen! Man nennt das Meteor Scatter (abgekürzt MS).

Die MS-Leiste zeigt dir alle 15 Minuten an, wie viele Weltraum-Steinchen gerade verglühen:

  • Balken ist Grau: Der Himmel ist leer. Keine Sternschnuppen-Spuren in Sicht.

  • Balken wird Bunt: Je nach Farbe siehst du sofort, wie aktiv die kosmische Flugbahn gerade ist. Ein bunter Balken heißt: Jetzt sausen besonders viele Sternschnuppen nieder – perfekt für heimliche Wünsche und weite Funkverbindungen!

 

Vom Flüstern im All und unsichtbaren Sprungschanzen

Wir haben schon jede Menge über die Sonne gelernt. Zum Schluss schauen wir uns drei Werte an, die uns genau verraten, ob die Luft am Himmel bereit für echte Funk-Weltrekorde ist oder ob das Weltall gerade ein riesiges Stör-Konzert veranstaltet!

Geomag-Field – Der Zustand unseres Schutzschildes

Dieser Wert fasst das Zusammen, was wir vorhin beim K-Index gelernt haben. Er sagt dir auf Englisch und in klaren Worten, wie es unserem Erdmagnetfeld gerade geht. Alle 3 Stunden gibt es ein Update.

Die Skala reicht von super friedlich bis hin zum totalen Weltraum-Chaos:

  • Inactive / Very Quiet / Quiet: Alles ist ruhig und entspannt.

  • Unsettled / Active: Das Magnetfeld wird unruhig. Es liegt was in der Luft!

  • Minor / Major / Severe / Extreme Storm: Gewaltiger Magnetsturm! Bei einem Extreme Storm spielen nicht nur die Funkgeräte verrückt – es kann im schlimmsten Fall sogar zu Stromausfällen auf der Erde kommen! Aber für dich heißt es bei einem Sturm: Augen auf! Denn jetzt tanzen die schönsten Polarlichter am Himmel.

 

Sig Noise Lvl – Das kosmische Hintergrund-Rauschen

Hast du schon mal ein Radio eingeschaltet und nur ein lautes „Chhhhhhhhhh“ gehört? Das ist das Rauschen! Der Sig Noise Lvl (Signal-Rausch-Pegel) misst alle 30 Minuten, wie laut dieses Rauschen im Funkgerät ist.

Dieses Geräusch entsteht, wenn der wilde Sonnenwind gegen das Magnetfeld der Erde prallt. Das ist wie das Rauschen von Wellen, die an den Strand klatschen! Gemessen wird das in sogenannten „S-Einheiten“. Je höher dieser Wert ist, desto lauter rauscht es im Funkgerät und desto schwerer ist es, die Stimme eines anderen Funkers zu verstehen.

MUF – Die unsichtbare Sprungschanze am Himmel

Das Wort MUF ist für Funker das wichtigste Wort überhaupt. Es bedeutet Maximum Usable Frequency (auf Deutsch: Höchste nutzbare Frequenz).

Um diesen Wert zu messen, schicken Forscher alle 15 Minuten ein Funksignal kerzengerade nach oben in den Himmel. Dort oben gibt es eine Luftschicht, die wie eine unsichtbare Sprungschanze oder ein Spiegel funktioniert (die F2-Schicht).

  • Ist die Funkwelle zu schwach? Dann prallt sie am Himmel ab und fliegt zurück zur Erde.

  • Ist die Funkwelle zu stark (also höher als die MUF)? Dann durchbricht sie den Himmel und fliegt einfach weiter hinaus ins kalte, unendliche Weltall!

Der Trick der Funk-Profis: Weil Funker ihre Antennen fast nie kerzengerade in den Himmel richten, sondern flach über die Erde schießen (wie ein flacher Stein, den man über das Wasser dopsen lässt), können sie viel höhere Frequenzen nutzen, als die Forscher messen! Profis nehmen den gemessenen Wert einfach mal 2,5 oder sogar mal 3,5 – und schon wissen sie ganz genau, wie hoch ihre Frequenz sein darf, damit das Signal um die halbe Welt springt!

Quellennachweis & Datenherkunft

Die in dieser Artikel-Reihe erklärten Solar-, Funk- und Polarlicht-Daten werden täglich aktualisiert und stammen von den folgenden meteorologischen und funktechnischen Fachquellen:

  • Paul Herrman (N0NBH) – Solar-Terrestrial Data Bereitstellung der weltweiten Live-Daten und Funkwetter-Banner. http://www.hamqsl.com/solar.html

  • HamQSL – Weltraumwetter-Glossar & Begriffserklärungen Wissenschaftliche Hintergründe, Messverfahren und Definitionen der solaren Indizes (SFI, K-Index, A-Index, Magnetfeld-Werte). http://www.hamqsl.com/solar2.html#glossary