Wie entsteht Schnee? ❄️ Ein Blick in die Winterwerkstatt der Natur
Wenn im Winter lautlos weiße Flocken als Schnee (1) vom Himmel fallen, wirkt das fast magisch. Doch hinter Schnee steckt keine Zauberei, sondern ein ziemlich faszinierender physikalischer Prozess. Wie genau entsteht Schnee eigentlich? Und warum sieht jede Schneeflocke (2) anders aus? Ziehen wir uns gedanklich eine warme Jacke an und schauen genauer hin.
1. Die wichtigste Zutat: Kälte
Damit Schnee entstehen kann, braucht es vor allem eines: ausreichend niedrige Temperaturen. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie kalt es am Boden ist, sondern vor allem, wie kalt es in der Atmosphäre ist – also dort, wo sich die Wolken befinden. In der Regel müssen die Temperaturen in den Wolken unter dem Gefrierpunkt (0 °C) liegen, oft sogar deutlich darunter.
Interessant ist, dass Schnee auch dann fallen kann, wenn es am Boden leicht über 0 °C hat. Solange die Luftschichten darüber kalt genug sind, erreichen die Schneeflocken den Boden, bevor sie vollständig schmelzen. Deshalb gibt es manchmal Schnee im Frühling oder Herbst, obwohl es unten gar nicht „richtig winterlich“ wirkt.

2. Wolken (3) voller Wasserdampf (6)
Wolken (3) bestehen aus unzähligen winzigen Wassertröpfchen und Eiskristallen. Selbst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kann Wasser noch flüssig sein. Dieses Phänomen nennt man unterkühltes Wasser (4). Die Tröpfchen sind so klein, dass sie nicht sofort gefrieren.
Erst wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind – zum Beispiel der Kontakt mit festen Partikeln oder bereits vorhandenen Eiskristallen – beginnt das Wasser zu gefrieren. In kalten Winterwolken sind oft Millionen solcher unterkühlten Wassertröpfchen unterwegs, die nur darauf „warten“, sich in Schnee zu verwandeln.
3. Staub, Pollen & Co.: Die heimlichen Helfer
In der Luft schweben winzige Teilchen, die man mit bloßem Auge nicht sehen kann: Staub, Ruß, Meersalz, Pollen oder sogar Mikroorganismen. Diese Partikel spielen eine entscheidende Rolle bei der Schneebildung, denn sie dienen als Kristallisationskeime (5).
An diesen Teilchen kann sich Wasserdampf (6) anlagern und gefrieren. Ohne sie wäre es für das Wasser viel schwieriger, eine feste Form anzunehmen. Man könnte sagen: Diese winzigen Partikel geben dem Schnee den „Startschuss“. Sobald sich ein erster Eiskristall (7) gebildet hat, beginnt er weiter zu wachsen.
4. Vom Eiskristall (7) zur Schneeflocke (2)
Ist der erste Eiskristall (7) entstanden, lagert sich weiterer Wasserdampf aus der Wolke (3) an ihm an. Dieser gefriert sofort und vergrößert den Kristall. Dabei entsteht die typische sechseckige Form, die für Schneeflocken charakteristisch ist. Der Grund dafür liegt in der besonderen Struktur der Wassermoleküle, die sich beim Gefrieren in einem festen Muster anordnen.
Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit wachsen die Kristalle unterschiedlich: Manche bilden lange, filigrane Arme, andere eher kompakte Formen. Da jede Schneeflocke auf ihrem Weg durch die Wolke ständig wechselnden Bedingungen ausgesetzt ist, gleicht keine der anderen exakt. So entstehen die einzigartigen Muster, für die Schnee so berühmt ist.
Spannend:
👉 Keine zwei Schneeflocken (2) sind exakt gleich.
Warum? Weil jede Flocke auf ihrem Weg durch die Wolke unterschiedliche Temperaturen und Feuchtigkeitswerte erlebt. Kleine Unterschiede, große Wirkung.
5. Der Weg nach unten
Sobald eine Schneeflocke groß und schwer genug ist, kann sie sich nicht mehr in der Wolke halten und beginnt zu fallen. Auf ihrem Weg zur Erde durchquert sie verschiedene Luftschichten, die unterschiedlich warm sein können (8). Diese Reise entscheidet darüber, was letztlich am Boden ankommt.
Bleiben die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, erreicht die Schneeflocke (2) unversehrt den Boden. Ist es in tieferen Luftschichten wärmer, kann sie teilweise schmelzen – es entsteht Schneeregen. Schmilzt sie vollständig, fällt ganz normaler Regen. In besonderen Fällen gefriert der Niederschlag kurz vor dem Boden erneut, was zu Eisregen führen kann.
6. Warum ist Schnee (1) manchmal trocken – und manchmal pappig?
Nicht jeder Schnee fühlt sich gleich an. Mal ist er locker, leicht und rieselt wie Puderzucker durch die Finger, ein anderes Mal ist er nass, schwer und bleibt sofort an Handschuhen und Stiefeln kleben. Der Grund dafür liegt vor allem in der Temperatur und im Wassergehalt des Schnees.
Ist es deutlich kälter als 0 °C, spricht man von Trockenschnee oder Pulverschnee. Die einzelnen Schneeflocken enthalten nur sehr wenig flüssiges Wasser und bleiben locker voneinander getrennt. Dadurch ist die

ser Schnee leicht, fluffig und knirscht unter den Schuhen. Für Wintersportler ist er ideal, weil er gut gleitet und nicht verklumpt.
Liegt die Temperatur hingegen nahe am Gefrierpunkt, enthält der Schnee mehr flüssiges Wasser. Die Schneeflocken beginnen leicht zu schmelzen und haften aneinander. Es entsteht Nassschnee, der schwerer ist und schnell zusammenklebt. Genau dieser Schnee eignet sich besonders gut zum Bauen von Schneemännern oder Schneebällen, da er sich leicht formen lässt.
Zusätzlich spielt auch die Luftfeuchtigkeit eine Rolle: Feuchte Luft begünstigt klebrigen Schnee, während trockene Winterluft eher pulvrigen Schnee entstehen lässt. Auch die Größe und Form der Schneeflocken beeinflussen die Beschaffenheit – große Flocken verklumpen schneller als kleine, feine Kristalle.
Fazit: Kleine Flocke, große Wissenschaft
Schnee ist ein echtes Naturwunder: Er entsteht aus dem Zusammenspiel von Kälte, Wasser, winzigen Partikeln und physikalischen Gesetzen. Was für uns romantisch vom Himmel fällt, ist in Wahrheit das Ergebnis eines hochkomplexen Prozesses – und genau das macht ihn so faszinierend.
Also beim nächsten Schneefall ruhig mal kurz stehen bleiben, nach oben schauen und denken: Wow. Das ist Wissenschaft in Zeitlupe.
Quellennachweis:
(1) = https://de.wikipedia.org/wiki/Schnee
(2) = https://de.wikipedia.org/wiki/Schnee#Schneeflocken
(3) = https://de.wikipedia.org/wiki/Wolke
(4) = https://de.wikipedia.org/wiki/Unterk%C3%BChlung_(Thermodynamik)
(5) = https://de.wikipedia.org/wiki/Kristallisation
(6) = https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserdampf
(7) = https://de.wikipedia.org/wiki/Einkristall
