Im Nebel

Das Wetter-Rätsel: Wie entsteht der Herbst-Nebel?

Hast du dich auch schon einmal gewundert, warum es morgens draußen oft so aussieht wie in einer dicken, grauen Suppe? Viele Kinder haben uns gefragt: Wie entsteht eigentlich Nebel (1) und warum gibt es ihn im Herbst so oft? Wir erklären es dir!

Was ist Nebel (1) überhaupt?

Nebel ist im Grunde nichts anderes als eine Wolke, die nicht oben am Himmel hängt, sondern direkt den Boden berührt. Sie besteht aus ganz vielen winzigen Wassertröpfchen, die in der Luft schweben.

Eigentlich kann es das ganze Jahr über Nebel geben. Aber im Sommer merken wir es meistens gar nicht: Sobald morgens die Sonne herauskommt, wärmt sie den Boden und die Luft blitzschnell auf. Die Wassertröpfchen verdampfen und der Nebel ist weg.

Warum bleibt der Nebel im Herbst so lange?

Im Herbst hat die Sonne nicht mehr so viel Kraft. Sie schafft es morgens oft nicht, die Luft warm genug zu machen, damit die Tröpfchen verschwinden.

Dazu kommt noch ein Trick der Natur: Wind hilft beim Aufräumen! Wenn es windig ist, pustet der Wind den Nebel einfach weg. Aber in Tälern (also dort, wo Berge drumherum stehen) ist es meistens windstill. Deshalb passiert im Herbst oft Folgendes: Oben auf den Bergen scheint schon herrlich die Sonne, während man unten im Tal im dichten Nebel sitzt.

Bäume im Nebel

Die verkehrte Welt: Das Wetter „auf dem Kopf“

Normalerweise gilt beim Wandern: Je höher man auf einen Berg steigt, desto kälter wird es. Im Herbst ist das wegen eines dicken Wettersystems (einem sogenannten Hochdruckgebiet) oft genau umgekehrt! Das nennen Forscher eine Inversionswetterlage (3) – das bedeutet einfach „umgedrehte Wetterlage“.

  • Oben warm, unten kalt: Die Sonne wärmt die Luft oben auf den Bergen schon auf. Unten im Tal bleibt es aber eisig kalt.

  • Die Nebelfalle: Die kalte Luft ist schwerer als die warme Luft und bleibt wie ein schwerer Teppich am Boden liegen. Sie kann sich nicht mit der warmen Luft von oben mischen. Der Nebel sitzt in der Falle und bleibt tagelang am Boden kleben.

Wie wird aus Luft eigentlich Nebel?

Luft kann unsichtbares Wasser ( Luftfeuchtigkeit ) in sich aufnehmen – fast so wie ein Schwamm. Wenn die Luft aber komplett vollgesaugt ist (Forscher sagen dazu „100 % Luftfeuchtigkeit“), passt einfach kein Wasser mehr hinein. Das überschüssige Wasser verwandelt sich in winzige, sichtbare Tröpfchen. Und genau das sehen wir dann als Nebel.

Warum Nebel-Vorhersagen so knifflig sind

Für Wetterexperten ist Nebel ein echtes Rätselraten. Schon der kleinste Temperaturunterschied – weniger als ein einziges Grad! – entscheidet darüber, ob der Tag neblig oder sonnig wird.

Eine Faustregel kannst du dir aber merken:

Wenn auf einen warmen Herbsttag eine richtig kalte Nacht folgt, stehen die Chancen ziemlich gut, dass du am nächsten Morgen im Nebel aufwachst!

Quellennachweis:
(1) = https://de.wikipedia.org/wiki/Nebel
(2) = https://de.wikipedia.org/wiki/Verdunstung
(3) = https://de.wikipedia.org/wiki/Inversionswetterlage
(4) = https://de.wikipedia.org/wiki/Luftfeuchtigkeit#Relative_Luftfeuchtigkeit